dendritische anomalie
Performances, Kunstobjekte, Visuals, Biokultur, essbare Skulpturen und partizipative Happenings von Joanna Jenny u.v.m., 2025
Ausgestellt und aufgeführt vom 19.-28. September 2025 auf dem Quings Campus, Schulhausstrasse 12, Emmen/Luzern
Programm
Vernissage: Fr. 19.09.25, 18:00–22:00
Happening: Aussaat; Tischlein leck mich – partizipativer Lückentext
Party: Sa. 20.09.25, 19:00–open End
Sound: DJ Dani the Tiger, Konzert von Temple Solaire, terpene live, Magnetfelder, DJ Laschtwage mit biopop. live VJing von Vivi Jordi und Visuals von Nathalie Specker
Screening: Do. 25.09.25, 20:00–22:00
Videoarbeiten von Urs Lehmann, Nathalie Specker, Joanna Jenny, Thomas Brunner
Kollektives Hirni-Kochen: Sa. 27.09.25, 16:00–22:00
Happening: Tempeh Verkochung/-kostung
Gemeinsam wird eine essbare, vegane, hirnartige Landschaft kreiert
Finissage: So. 28.09.25, 14:00–18:00
Happening: Tischlein leck mich – demokratische Abstimmung und Preisverleihung
Tägliche Performance: 19:00–19:10
Besti Zit für Pestizide
Was passiert, wenn Zimmerpflanzen zu sprechen beginnen, mutierte Wesen ihre Gedanken teilen und die Grenzen zwischen Kunst und Leben, Natur und Kultur verschwimmen?
Ausgehend von einer im biopop.-Fanzine Neochromisieren veröffentlichten Arbeit entfaltet Joanna Jenny auf dem Quings Campus eine Ausstellung, die Kunst, Kulinarik und kollektive Auseinandersetzung verbindet. Zu sehen ist unter anderem die keramische Arbeit Tischlein leck mich, die durch einen offenen Lückentext zur aktiven Autorschaft auffordert und ein Happening mit demokratischer Abstimmung initiiert – ein spielerischer Diskurs über Texte, Werte und Entscheidungsprozesse.
Die Ausstellung ist zugleich eine Hommage an Urs Lehmann, dessen Visionen der Verein biopop. weiterträgt. Illustrationen, Texte und Arbeiten Lehmanns werden aufgenommen, neu interpretiert und transformiert. Am Samstag, den 20.9., ergänzt ein musikalisches Programm im darunterliegenden Raum die Ausstellung. Die begleitenden Visuals sind direkt von Lehmanns Werken inspiriert: Zeichnungen und Motive werden animiert, beginnen sich zu drehen, zu tanzen und ein eigenes Leben zu entwickeln.
In Kooperation mit dem Netzwerk Pilz der Quings Akademie entstehen essbare Skulpturen aus Tempeh – Kunstobjekte und Speisen zugleich, die Fragen zu Agrarwirtschaft, nachhaltigen Proteinquellen und möglichen Lösungsansätzen aufwerfen. Absurdität und Widerspruch sind dabei Teil des Konzepts: So wird etwa eine Kresse-Monokultur gezüchtet, die zwischen satirischem Kommentar auf industrielle Landwirtschaft und poetischem Spiel mit Vergänglichkeit oszilliert. Der menschlich lesbare Körper wurde aus Reishi-Myzel-Komposit gezüchtet und steht zugleich für Leben und Tod – ein Hinweis auf den fortwährenden Kreislauf.
So wird dendritische anomalie biopop. mutation No. 10 zu einem Ort des Experimentierens: zwischen Kunst und Leben, Individuum und Kollektiv, Natur und Kultur. Eine Einladung, sich einzulassen – auf die Rede der Zimmerpflanzen, die Gedanken mutierter Wesen und die Vision einer pluralen, diversitätsorientierten Zukunft.
Videoarbeiten
Beliebige Mutationen
Kollektives Hirni-Kochen


























